Basel und Zürich, November 2024


In diesen Wochen wurde am Centro Educativo Yampú mit der traditionellen Maya-Zeremonie das Schuljahr beendet. Beim Feuerritual Xuculem drückten Lehrpersonen und Kinder am CEY dem Schöpfer für das im vergangenen Jahr Erlebte ihre Dankbarkeit aus. Von den vielseitigen Aktivitäten der Schule erfahren wir jeweils aus den bunten Berichten der Schulleitung, die wir vom Vorstand von ProCEY Ihnen zwei Mal pro Jahr zuschicken.


In diesem Rundbrief freuen wir uns, Ihnen wieder einmal eine andere spannende Perspektive auf das Leben und Wirken am CEY senden zu dürfen: Im April 2024 hat das CEY Besuch aus der Schweiz bekommen; im Folgenden berichten die Guatemala Reisenden von ihrem «Schulabenteuer am Centro Educativo Comunitario Yampú»:


Schon in jungen Jahren haben wir Guatemala intensiv bereist. Jetzt, 25 Jahre später, wollten wir mit unseren drei Kindern zurückkehren – jedoch weniger, um zu reisen, sondern vielmehr, um das alltägliche Leben dort kennenzulernen. Unser Plan: Die Kinder in eine lokale Schule zu schicken, damit sie Kultur und Alltag möglichst authentisch erleben konnten. Doch eine Schule zu finden, die bereit ist, drei europäische Kinder temporär aufzunehmen, war eine Herausforderung. Schliesslich brachte uns der Kontakt zum Schweizer Förderverein Pro Centro Educativo Yampú weiter: Unsere Idee wurde sofort unterstützt – der Verein organisierte sogar eine Unterkunft bei der Mitgründerin des CEY, Victoriana Sam. In San Pedro Ayampuc wurden wir sowohl von der Schule wie auch von Vickys Familie mit offenen Armen empfangen.

Unsere Kinder wurden auf drei Klassen verteilt und fanden durch die Offenheit der Mitschüler schnell Anschluss. Sie wurden schon bald zu Geburtstagsfeiern und Wochenendausflügen eingeladen. Die Herzlichkeit und Neugier der anderen Kinder beeindruckten sie tief – ganz anders als in Zürich, wo neue Bekanntschaften oft distanzierter beginnen. Die Sprachbarriere stellte jedoch eine Herausforderung dar: Gespräche waren meist nur oberflächlich möglich und im Unterricht konnten sie oft nicht folgen. Frustration und Ungeduld kamen öfters auf. Dennoch gab es auch Fächer, in denen sie gut mitkamen: Englisch, Sport und Mathematik bereiteten ihnen wenig Schwierigkeiten und der Unterricht in Kaqchikel, der lokalen Mayasprache, war einfach aufgebaut. Unser zahlenbegeisterter Sohn war besonders angetan von der Einführung in die Maya-Mathematik. Der Unterrichtsstil blieb für sie jedoch bis zum Schluss ungewohnt: Es gab viel Frontalunterricht und Abschreiben von der Wandtafel, da kaum Schulbücher vorhanden sind.


Unsere Kinder erlebten aber auch, wie sehr ein gutes Schulklima davon profitiert, wenn der soziale Zusammenhalt bewusst gepflegt und gefördert wird: Vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe spielen und arbeiten Mädchen und Jungen friedlich zusammen. Maya-Rituale mit Feuer, Rauch und Blumen prägen den Schulalltag und beziehen die gesamte Schülerschaft ein. Auch wenn Spiritualität für viele Schülerinnen und Schüler nicht im Vordergrund steht, schufen diese Zeremonien ein tiefes Gefühl der Verbundenheit. Ein besonderes Highlight war ein Schulprojekt, bei dem die Sekundarschülerinnen und -schüler einen besonderen Tag für ein Altersheim vorbereiteten – mit Essen, Spielen, Musik und Tanz. Alle packten voller Freude mit an und auch die Bewohnerinnen und Bewohner liessen sich beim Tanzen begeistert mitreissen.


Diese Reise war für uns alle eine prägende und lehrreiche Erfahrung. Ein herzliches Dankeschön an alle engagierten Menschen des CEY und des Vereins, welche uns diese Einblicke ermöglicht haben!

Yvonne Kneubühler und Patrick Estermann mit Alice (12), Annika (12) und Vincent (9)


Wir vom Vorstand von ProCEY schliessen uns gerne dem Dank der Familie Estermann-Kneubühler an. Auch wir wissen die langjährige Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender sehr zu schätzen. Seit nunmehr 34 Jahren werden Kinder und Jugendliche in San Pedro Ayampuc in einer engagierten und lebendigen Mayaschule gut betreut. Dank den Berichten der Schulleitung, dank den Schilderungen von Besucherinnen und Besuchern des CEY und dank eigener Reisen nach Guatemala können wir mit Überzeugung sagen, dass jede Unterstützung sinnvoll ist und am richtigen Ort ankommt. Ganz herzlichen Dank für Ihre Treue!


Alles Gute wünscht Ihnen mit einem freundlichen Gruss
der Vorstand von ProCEY


PS: Falls Sie gerne noch mehr erfahren vom guatemaltekischen «Schulabenteuer» der 
Familie Estermann-Kneubühler, sind Sie herzlich eingeladen an die Generalversammlung des ProCEY zu kommen!

Voranzeige:
Am Donnerstag, 15. Mai 2025, um 19.15 Uhr findet im Duubeschlag in Oberwil die Generalversammlung des Vereins ProCEY statt. 
Die Einladung verschicken wir Anfang Februar 2025 zusammen mit dem Jahresbericht und der Spendenbestätigung für die Steuererklärung.